Ernährungsberatung nach Trad. Chin. Medizin
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 Scharf ist das neue "GSUND"

 

Für viele Menschen ein wiederkehrendes Thema, jedes Jahr im Herbst und Winter: Abwehrschwäche. Husten, Schnupfen, Heiserkeit, grippale Infekte.

 

Die Natur wie auch die TCM bieten uns sehr gute Ansätze, um präventiv dagegen zu arbeiten und mit einem gestärkten Immunsystem durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

 

Wenn man sich nichts merken möchte, dann sei zumindest soviel gesagt: es ist gut, mehr Gewürze und eine leichte Schärfe ins Essen zu bringen. Ideal sind Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Pfeffer, etwas Chili, Ingwer, Kardamom und Co.

 

In diesen Vertretern der „Scharfrige“ findet sich immer etwas Antibakteriellen und Antivirales und auch Aktivierendes, was im Umkehrschluss dazu führt, dass das Wei-Qi, unser Immunsystem gewärmt und somit aktiviert wird und seine Tätigkeit besser ausüben kann.  

 

Auch Kraftsuppen mit ihrer langen Kochzeit haben in der TCM und natürlich auch in unserer Tradition und Ernährung einen angestammten Platz als stärkende Speisen, die uns gesund und vital durch den Winter bringen.

 

Ein kleines Wundermittel in die Richtung Immunsystemstärkung ist der KREN oder auch Meerrettich genannt (Armoracia rusticana). Der Kren stammt aus der Familie der Kreuzblütengewächse und findet als Gemüse, Gewürz oder in der Pflanzenkunde Verwendung.

 

Er stammt ursprünglich aus Ost- und Südeuropa und in seinem Namen, welcher aus dem slawischen „krenas“ kommt, drückt sich bereits eine seiner Wirkungen aus, es bedeutet nämlich „weinen“. Und uns zum Weinen zu bringen oder zumindest ein Rinnen der Augen zu bewirken, schafft der Kren mit seiner Schärfe ohne Probleme.

 

Die winterharte, krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 1,20m, gelegentlich auch mehr. In der Küche findet die 30 – 40 cm große Pfahlwurzel Verwendung. In Österreich ist das Hauptanbaugebiet die Südoststeiermark und der „Steirische Kren“ ist seit 2009 eine EU geschützte geographische Angabe und als „Helferlein“ sollte die Wurzel in den kalten Tagen in keiner Küche fehlen.

 

 

Ein kleiner Auszug der Inhaltstoffe: Vitamin C, B1, B2, B6, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Senfölglykoside, Flavone, ätherische Öle, aus denen sich Senföle bilden, die u.a. antibiotisch wirken.

In der TCM findet der scharf – süße und kühlende Meerrettich, der auf die Organe Lunge und Magen wirkt, beifolgenden Indikationen Verwendung:

 

Dauerschnupfen, verstopfte Nase, Schleim in Nase und Nebenhöhlen, Heiserkeit, Druck und Schmerz im Oberbauch, Nahrungsstagnation, Aufstoßen, Reflux.

Funktionen:

  • bewegt Nässe und Schleim im Oberen Erwärmer
  • verteilt Lungen – Qi
  • klärt Hitze
  • vertreibt Wind
  • öffnet Nase, schleimlösend
  • löst Nahrungsstagnationen

(Quelle: Checkliste Chinesische Diätetik, Stefan Englert unter Mitarbeit von Claudia Lorenz)

Das Wasserelement

 

„Stille Wasser sind tief“

 

so sagt man. Tatsächlich deckt sich diese Aussage mit vielen Aspekten des Wasserelementes in der TCM.

 

Dem Wasser, das ohnehin schon sehr tief sein kann, wird auch die Jahreszeit „Winter“ zugeordnet. Es ist die absolute YIN Jahreszeit: kalt, dunkel ruhig. Die Nieren und die Blase sind das dort angesiedelte Organpaar und das Hauptthema in dieser Zeit ist es, dem Körper die notwendige Ruhe zu gönnen.

 

Zur Ruhe kommen, sich fokussieren die eigenen Kräfte bündeln und gegebenenfalls auch regenerieren. Diese Yin Phase ist notwendig, um dem Körper Kraft zu geben aber auch einige persönliche Eigenschaften zu stärken: den Willen, das Durchhaltevermögen, die Leistungsfähigkeit aber auch den beharrlichen Mut, etwas umzusetzen.

 

Für all das benötigt der Körper Ruhe und eine entsprechende nierenstärkende Ernährung. Auch die Initiative zu ergreifen hat sehr viel mit dem Wasserelement zu tun.

 

Zusammenfassend könnte man sagen: die gesamte Stabilität, die Ausgewogenheit und Kraft des Körpers hat ihren Ursprung in den Nieren und alles an Zuviel geht im Umkehrschluss auch „an die Nieren“.  Es destabilisiert, beansprucht das Nervenkostüm führt zu emotionaler Unausgewogenheit und leider in Folge auch sehr oft zu einer Vielzahl an körperlichen Beschwerden.

 

Was kann man nun für sein Wasserelement tun:

  • ausruhen: sich immer wieder Pausen gönnen
  • nicht zu viel Kälte in den Körper kommen lassen: nicht durch den klimatischen Faktor „Kälte“ (warme Kleidung tragen) aber auch nicht durch zu kalte Ernährung (z.B.Joghurt, Tomaten, Citrusfrüchte)
  • Hülsenfrüchte in den Speiseplan einbauen (Chili con carne, Linseneintopf)
  • warme und gekochte Mahlzeiten bevorzugen (Kraftsuppen, Eintöpfe)
  • wärmende Kräuter und Tees verwenden
  • Samen und Sprossen, Fisch und Hühnerei in den Ernährungsplan einbauen
  • einen gesunden Schlafrhythmus pflegen

 "in der Ruhe liegt die Kraft"

 

Leguminosen

Die Leguminosen sind die Gruppe der Hülsenfrüchte. Eine Nahrungsmittelgruppe, die bei uns leider ein etwas Stiefmütterliches Dasein lebt. Und das, obwohl diese Helferlein für unseren Körper Unglaubliches zu leisten im Stande sind.

 

Sie sind nicht nur eine gute pflanzliche Eiweißquelle, sondern in der TCM auch eine unglaubliche Möglichkeit, den Nierenfunktionskreis zu stärken. Zudem wirken sie meistens auch der sogenannten Feuchtigkeit entgegen und können diese teilweise sogar auflösen, was gerade in starken Verkühlungs-zeiten ein großes Thema ist.

 

Hülsenfrüchte sind manchmal ein wenig verpönt, da sie gerne Blähungen verursachen. Das ist haupt-sächlich der Fall, wenn man nur sehr selten Leguminosen isst und diese dann auch noch falsch zubereitet. Generell ist es wichtig, die Hülsenfrüchte einzuweichen, je nach Art gibt es unterschiedliche Einweichzeiten, und bei der Zubereitung nicht zu vergessen, verdauungsfördernde Gewürze zu verwenden. Diese verbessern die Verträglichkeit und in Folge auch die Resorbierbarkeit enorm.

 

Da das Temperaturverhalten der Hülsenfrüchte mit kalt oder neutral beschrieben ist, wirken sie auch sehr gut gegen Hitzeempfindungen (z.B.Wechsel-beschwerden). Hier ist die Zubereitung das Entscheidende.

 

Rezepte, Lebensmittel & mehr

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

 

Wer generell dazu neigt (im Winter) häufig krank zu sein, der kann vor dem ersten Frost noch rasch etwas für sein Immunsystem tun. Das Mittel der Wahl ist die wunderschöne und von mir heiß geliebte Kapuzinerkresse, die ich jedes Jahr in meinem Garten aussähe und täglich 2 Blüten davon esse.  Mir blutet jedes Mal das Herz, wenn ich nach der ersten Frostnacht in den Garten gehe und sehe, dass es meine Pflanze nicht überstanden hat. Aber wie gut, dass es ein nächstes Jahr gibt.

Die Kapuzinerkresse wurde zur Heilpflanze 2013 gewählt und das bestimmt zu Recht. Sie wird angewandt bei grippalen Infekten, Bronchitis, Harnwegsinfekten und Nasennebenhöhlenentzündungen. Sie wirkt antibiotisch, antiviral und antimykotisch, v.a. durch die enthaltenen Senfölglycoside.  Die Blüten sind sehr dekorativ in allen Speisen und haben einen leicht scharfen Geschmack. Die Pflanze hat keine hohen Ansprüche an Bodenbeschaffenheit und Pflege also sollten Sie noch keine Kapuzinerkresse in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon haben, vielleicht ja im nächsten Jahr.

 

Schwarzer Rettich

(Raphanus sativus)

 

Der Rettich hat auch bei uns in Tirol eine lange Tradition und wird seit Generationen als Mittel zur Abwehrsteigerung und gegen Husten und Schnupfen verwendet. Die gute alte „Rettichkur“ ist vielen noch ein Begriff und dennoch wird sie viel zu wenig angewandt, obwohl sie denkbar einfach ist: schwarzen Rettich köpfen, mit einem Esslöffel aushöhlen, den ausgehöhlten Rettich mit Zucker auffüllen und den „Deckel“ wieder auf den Rettich legen, über Nacht stehen lassen. Der am nächsten Tag entstandene „Rettichsaft“ wird als Kur eingenommen: 3 x 1 EL täglich, er schmeckt sehr gut und ist auch bestens für Kinder geeignet.

In der TCM wird ihn folgende Wirkung zugeschrieben:

 

  • bewegt und löst Schleim
  • öffnet und macht den Oberen Erwärmer durchgängig
  • regt den Gallenfluß an

Der Löwenzahn

 

Diese leuchtende gelbe Blüte ist mehr als nur ein Unkraut! Das heimische Kraut ist ein kleines Wundermittel, das neben vielen Wirkstoffen auch die Leber im Holzelement unterstützt. Grund hierfür sind die enthaltenen Bitterstoffe, die meist als Bittertonikum bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden.

 

Der Löwenzahn ist kühlend und hat eine ausgeprägte Wirkung auf Leber und Magen. Der Löwenzahnsaft ist daher eine ideale Ergänzung um in den Frühling zu starten. Jungen Löwenzahnblättern über einem Salat machen also nicht nur optisch was her.

 

Wer momentan noch keine gelben Blüten auf den etwas gefrorenen Wiesen entdecken kann, der greift auf den Saft oder Löwenzahntee zurück.

 

Aufgrund der stark harntreibenden Wirkung ist diese Pflanze nicht für Nierenkranke zu empfehlen!

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